Attitüden

Einstellungen deutscher ÖkonomInnen

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Mithilfe der Q-Methode untersucht die vorliegende Studie die subjektiven Wahrnehmungen von ProfessorInnen der Ökonomik in Deutschland. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Dimensionen Mainstreamökonomik sowie heterodoxe Ökonomik gelegt.

Ergebnisse

Unter den 28 TeilnehmerInnen konnten zwei unterschiedliche Wahrnehmungsmuster identifiziert werden (the Professionals und the Academics). Diese unterscheiden sich insbesondere in ihrer Einschätzung zu der Rolle von ÖkonomInnen in der Politikberatung sowie der Frage wie eng oder breit die aktuelle ökonomische Forschung und Lehre ist.

Quellen

Zur vertiefenden Analyse des deutschen Sonderwegs in der Ökonomie, kombiniert dieses Arbeitspaket eine Q-Befragung von 28 ProfessorInnen mit Informationen aus der Befragung sowie bibliometrischen Informationen aus den anderen Arbeitspaketen.

Methode

Mithilfe der Q-Methode untersucht die vorliegende Studie die subjektiven Wahrnehmungen von ProfessorInnen der Ökonomik in Deutschland. Ein besonderes Augenmerkt wird hierbei auf die Dimensionen Mainstreamökonomik sowie heterodoxe Ökonomik gelegt.

Wahrnehmungstypen

The Professionals

  • Die Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich primär mit der Analyse von Knappheiten.
  • Ökonomische Prozesse können durch den Fokus auf das Individuum verstanden werden.
  • Obwohl quantitative Methoden bessere Resultate für das Verständnis von ökonomischen Prozessen generieren, können qualitative Methoden auch hilfreich sein.
  • Die Volkswirtschaftslehre spielt eine eher wichtige Rolle für die Politikberatung, dennoch ist die Aussagekraft von Modellen begrenzt.
  • Sowohl die volkswirtschaftliche Forschung als auch Lehre sind eher eng gefasst.

The Academics

  • Die Volkswirtschaftslehre beschäftigt sich primär mit der Analyse von Knappheiten.
  • Die Annahme der Rationalität hat keine beschränkenden Auswirkungen auf ökonomische Analysen.
  • Mathematische Methoden garantieren die Konsistenz und Kohärenz ökonomischer Analysen.
  • Die Volkswirtschaftslehre ist nicht primär auf Politikberatung ausgerichtet; ÖkonomInnen sollten die Disziplin durch eine stärkere akademische Fokussierung weiter voranbringen.
  • Das Studium der Volkswirtschaftslehre sollte kritisches Denken stärker fördern.

Welcher Wahrnehmungstyp sind Sie?

Wahrnehmungsmuster

Beide Gruppen teilen die Sichtweise, (1) das Ökonomik primär mit dem Untersuchen von Knapptheiten zutun hat, (2) dass das Individuum im Zentrum der Analyse ökonomischer Phänomene stehen soll, (3) sowie, dass quantative Methoden wertvollere Erkenntnisse liefern und daher gegenüber qualitativen Methoden zu bevorzugen sind.

Die Ergebnisse spiegeln den Aufstieg empirischer und experimenteller Forschung auf Kosten theoretischer und konzeptioneller Forschung wieder, zeigen allerdings auch, dass dies nicht zu einer Überwindung der theoretischen Annahmen: Knappheit, methodologischen Individualismus sowie mathematischen Methoden führt.

Die Kontextualisierung der Daten zeigt, dass die Q-Study die allgemeinen Trends zu empirischer Forschung und eines Rückgangs heterodoxer Forschung gut wiederspiegeln. Wobei heterodoxe ÖkonomInnen bei den theoretisch orientierten ‚Academics‘ angesiedelt sind.

Veröffentlichungen

  • Gruszka K., M. Soder, H. Theine, E. Aigner (Forthcoming) Netzwerke, Paradigmen, Attitüden. Der deutsche Sonderweg im Fokus – Attitüden der Ökonomie. Einstellungszentrierte Sicht des deutschen Sonderweges. FGW Studien.
  • Gruszka, K., Scharbert, A. R., und Soder, M. (2017) Leaving the mainstream behind? Uncovering subjective understandings of economics instructors' roles. Ecological Economics 131, 485-498. Doi: 10.1016/j.ecolecon.2016.09.021 (PDF)
  • Gruszka, K. (2017): Framing the collaborative economy —Voices of contestation. Environmental Innovation and Societal Transitions 23, June, 92-104. Doi: 10.1016/j.eist.2016.09.002 (PDF)


Konferenzpräsentation

  • Gruszka, K. (2016): Changing the world one student at a time? Uncovering subjective understandings of economics instructors’ roles. Presentation of the Gruszka et al. (2017) paper on Redefining Economics - beyond the neoclassical approach conference, Kalecki Foundation, Warsaw, 20-21.05-2016. (Youtube video of the Presentation) (PDF)


Kontakt

Mag. Katarzyna Gruszka MA

wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am Institute for Ecological Economics an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU)

kgruszka@wu.ac.at